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crossroads Berlin - Memory Lane

Inhalt

cover„Eine Ode an die Stadt Berlin ist dieses Buch, in dem Manuela Gottschalk einen fast schon klassischen Lebensweg – Ausreise aus der DDR, Rückkehr in das wiedervereinigte Berlin, Stasi-Akten, falsche Freunde – beschreibt.
Nach ihrer Überzeugung führt die bewegte, ungewöhnliche Vergangenheit der Stadt unweigerlich dazu, dass deren Bewohner einen ähnlich wechselvollen Weg beschreiten müssen. Das Herz der Autorin gehört den Linden ebenso wie dem Lustgarten oder dem Prenzlauer Berg, und der literarisch fixierte Mikrokosmos Ihrer Gedanken und Gefühle gestaltet sich zu einem flotten HipHop: spritzig, sozialkritisch, lebendig.“

FRIELING-VERLAG BERLIN
160 Seiten EUR 9,00
ISBN 3-8280-1696-0

Leseprobe aus Kapitel 2 „CRAZY BORN IN THE HUSEMANNSTRASSE“ Nachdem nun der Lebensweg der Partyausrüstung beschrieben wäre, kann ich wieder zurück zum harten Kern der Clique kommen. Da sind ja noch längst nicht alle genannt. Es gab nicht nur Singles in der Clique, die nur Party im Kopf hatten. Nein, es gehörte auch eine komplette Familie dazu, die uns durchaus manchmal dazu zwang, uns auch mit dem Ernst des Lebens zu beschäftigen.

 

... Es war schon Sodom und Gomorrha bei Holtkötters. Mehr ging nicht. Das lag aber nicht allein nur an Doris. Selbst Klaus, der meiner Ansicht nach den Introvertierten spielte, steuerte seinen Anteil an dem Chaos bei und das , obwohl er fast nie anwesend war. Er lebte sein eigenes Leben und niemand von uns wußte genau, wie das aussah. Einen festen Job besaß er nicht. Gelegentlich ging er mit Hotte, einem von Erics Freunden, Fenster putzen, manchmal fuhr er Schwarztaxi. Immer donnerstags ging er mit Hotte und einem Dozenten von der Uni die Straße fegen. Sogar das haben wir ihm geglaubt. Nachdem es jedoch einen Prozeß gab, in den Hotte und Klaus verwickelt waren wegen Hehlerei mit elektronischen Geräten aus dem Westen, begann es in unseren Köpfen zu arbeiten. Erst recht, als wir erfuhren, daß Klaus ungeschoren davon kam. Hotte verschwand spurlos für einen längeren Zeitraum. Als er wieder auftauchte, vermied er den Kontakt mit uns rigoros. Klaus tat so, als könne ihn kein Wässerchen trüben. Doris wußte von all diesen Machenschaften gar nichts und ertränkte ihren Unmut darüber im Weinbrand. Als Klaus dann irgendwann auch noch den zusammen mit seiner Familie gestellten Ausreiseantrag aus der DDR, allerdings nur auf seine Person bezogen, zurückzog, waren wir uns sicher. ...   

   

 

 

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